Mehrere Prozentzahlen, die alle nach "wie gut lief's" klingen — aber jede beantwortet eine andere Frage.
Kompoundr zeigt dir an mehreren Stellen Prozentzahlen zu deinem Vermögen: auf der Rendite-Seite die Rendite p.a. (XIRR) und die Ø Jahresrendite, auf der Portfolio-Übersicht in der Kachel „Herkunft deines Vermögens" das Vermögenswachstum p.a. und den Multiplikator, in der Kachel „Dein FIRE-Status" die Eigene Portfolio-Rendite. Alle klingen nach derselben Frage — sind es aber nicht. Neben jeder dieser Zahlen erklärt ein kleines ⓘ in einem Satz, was sie misst.
Die große Zahl auf /app/rendite (Tabs „Gesamtportfolio" oder „ETF & Aktien") rechnet Eigenleistung, Erbschaft und Entnahmen komplett heraus. Zählt wird nur, was dein bereits investiertes Geld selbst erwirtschaftet hat — wie genau, steht in Wie berechnet Kompoundr meine Rendite?.
Das ist die Zahl, die du mit einem ETF-Sparplan-Rechner oder tatsächlichen Marktrenditen vergleichen würdest. Sie ist geldgewichtet: Ein schlechtes Jahr mit viel investiertem Kapital wiegt schwerer als ein gutes mit wenig.
Unter „Wie lief das Jahr …?" vergleicht die Rendite-Seite das gewählte Jahr mit der Ø Jahresrendite des Zeitraums. Das ist das Mittel der einzelnen Jahresrenditen: Jedes Jahr zählt gleich, egal wie viel Geld darin investiert war (zeitgewichtet). Deshalb liegt sie meist etwas neben der XIRR — beide sind richtig, sie gewichten nur anders. Die gestrichelte Linie im Jahresdiagramm zeigt denselben Wert.
In „Dein FIRE-Status" kannst du die Eigene Portfolio-Rendite als Rendite-Quelle wählen. Sie ist ebenfalls eine XIRR, aber über alle Snapshots und nur über dein FIRE-Kapital: ohne Immobilien und ohne Klassen, die nicht als FIRE-Kapital zählen (siehe Vermögens-Kategorien). Hast du solche Klassen, weicht sie deshalb von der Rendite-Seite ab.
Besonders stark ist das bei einer ungeklärten Bewegung: Kaufst du zum Beispiel eine Immobilie mit Geld vom Tagesgeld und beantwortest das im Bewegungs-Assistenten nie, sieht die Rendite deines FIRE-Kapitals nur den Abfluss vom Tagesgeld, nicht die Gegenbuchung in der Immobilie — und rutscht ins Minus. Solange so ein Jahr offen ist, steht an der Zahl „Bewegungen 2023 noch nicht geklärt – Wert evtl. verzerrt." (mit dem betroffenen Jahr). „Klären →" öffnet den Assistenten genau für dieses Jahr; danach verschwindet der Hinweis. Ist die Eigene Portfolio-Rendite deine gewählte Quelle, steht der Hinweis auch im zugeklappten Kopf der Kachel. Töpfe, die du dort mit „Weiß nicht" beantwortet hast, meldet der Hinweis nicht erneut.
Das „Vermögenswachstum p.a." in der Kachel „Herkunft deines Vermögens" ist eine ganz andere Rechnung: die jährliche Wachstumsrate deines gesamten Portfoliowerts, von deiner Startbilanz bis heute — ohne Eigenleistung, Erbschaft oder Entnahmen herauszurechnen.

Zahlst du regelmäßig ein oder hast du eine Erbschaft erhalten, steckt das komplett im Vermögenswachstum mit drin. Deshalb liegt diese Zahl fast immer höher als die echte Rendite auf der Rendite-Seite — sie beantwortet nicht "wie gut hat mein Geld gearbeitet", sondern "wie schnell ist mein Nettovermögen insgesamt gewachsen". Es ist keine Rendite.
Der Multiplikator direkt daneben hat gar keinen Zeitbezug:
Multiplikator = Gesamtvermögen heute / (Eigenleistung + Erbschaft insgesamt)
×1,66 bedeutet: aus jedem eingesetzten Euro sind 1,66 € geworden — egal ob das in 3 Jahren oder in 20 Jahren passiert ist. Zwei Nutzer mit demselben Multiplikator können völlig unterschiedlich schnell dorthin gekommen sein.
Fehlen für ein Jahr die Bewegungen, zeigt die Kachel dessen Wertzuwachs als eigenes graues Segment „Ohne Angabe" statt als Rendite. Der Multiplikator steht dann als Obergrenze da („bis ×1.40"), weil in der Lücke auch eigenes Geld stecken kann.
„Wachstum" ist in Kompoundr außerdem der Name der Risikoklasse (z. B. ETFs und Aktien) — und ihr Anteil steht an zwei Stellen mit verschiedenem Bezug:
Willst du wissen, ob sich dein investiertes Geld gut entwickelt hat, verglichen mit dem Markt → Rendite p.a. (XIRR) auf der Rendite-Seite. Willst du sehen, wie schnell dein Gesamtvermögen insgesamt gewachsen ist, inklusive allem, was du selbst reingesteckt hast → Vermögenswachstum p.a. und Multiplikator auf der Portfolio-Übersicht. Für die FIRE-Hochrechnung zählt nur das Kapital, aus dem du später entnehmen kannst → Eigene Portfolio-Rendite.