Die Differenz zwischen deinen gewünschten Ausgaben im Ruhestand und deiner erwarteten gesetzlichen Rente — warum sie die eigentliche Planungszahl ist und warum die Prognose mit Vorsicht zu genießen ist.
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem, was du dir im Ruhestand monatlich leisten willst, und dem, was deine gesetzliche Rente davon tatsächlich deckt. Sie ist die zentrale Zahl jeder Altersvorsorge-Planung — unabhängig davon, ob du klassisch fürs Alter vorsorgst oder mit dem Ziel arbeitest, früher finanziell unabhängig zu sein (FIRE).
Rentenlücke = gewünschte Ausgaben im Ruhestand − erwartete Netto-Rente
Beispiel: Du möchtest 2.500 € im Monat zur Verfügung haben, deine Renteninformation zeigt netto 1.400 € — deine Rentenlücke beträgt 1.100 € im Monat. Genau diese Lücke muss dein eigenes Vermögen tragen, nicht die vollen 2.500 €.
Rechne deine Rentenlücke aus → — der Rechner führt die Lücke bis zum Renteneintritt nominal mit, zeigt das nötige Kapital und die monatliche Sparrate dafür.
Ab 27 Jahren verschickt die Deutsche Rentenversicherung jährlich eine Renteninformation mit einer Prognose der zu erwartenden Rente (auf Basis deines bisherigen Verlaufs, hochgerechnet bis zur Regelaltersgrenze). Das ist der beste verfügbare Ausgangspunkt — auch wenn er, wie jede Prognose über Jahrzehnte, mit Unsicherheit behaftet ist (siehe unten).
Beispiel: 35 Jahre, 2.500 €/Monat Ausgabenwunsch, Rente ab 67 — je nach erwarteter monatlicher Rente.
Der Effekt ist erheblich: Jeder Euro, den die gesetzliche Rente deiner Ausgaben trägt, ist ein Euro, den dein eigenes Vermögen nicht aufbringen muss. Das gilt beim klassischen Vorruhestand genauso wie bei FIRE — nur dass die Rente bei FIRE oft erst viele Jahre nach dem eigentlichen Ausstieg aus dem Berufsleben einsetzt (siehe unten).
Wer konkret mit dem Ziel plant, möglichst früh finanziell unabhängig zu werden, kann die eigene Rentenlücke direkt im FIRE-Rechner eintragen — die berechnete FIRE-Zahl berücksichtigt dann automatisch, ab welchem Alter die Rente entlastet.
Drei Gründe, die Rentenprognose nicht blind zu übernehmen:
Viele rechnen deshalb konservativ: nur einen Teil der prognostizierten Rente ansetzen (z. B. 70–80 %), oder sie ganz weglassen und als zusätzlichen Puffer betrachten statt als festen Baustein.