Der FIRE-Rechner simuliert 1.000 zufällige Renditeverläufe ab deinem FIRE-Datum und zeigt, in wie vielen davon dein Kapital bis zum Planungshorizont reicht. Die Dashboard-Kachel stellt für die Ansparphase die Gegenfrage: Ist das Zielvermögen bis zum Zielalter beisammen?
Der Vermögensverlauf im FIRE-Rechner rechnet mit einer festen Rendite pro Jahr — eine Punktschätzung. An der Börse gibt es diese Gleichmäßigkeit nicht: Ein paar schlechte Jahre kurz nach dem Ausstieg können dasselbe Depot leerlaufen lassen, das mit denselben Jahren in anderer Reihenfolge locker gehalten hätte (das Sequence-of-Returns-Risiko). Die Karte „Erfolgswahrscheinlichkeit · Entnahmephase" macht dieses Risiko sichtbar. Die Dashboard-Kachel „Dein FIRE-Status" nutzt dieselbe Simulation für die Zeit davor und heißt dort bewusst anders: „Ziel bis 60 erreicht" — siehe unten.
Oben im Rechner steht das erste Alter, ab dem dein Kapital sicher bis zum Planungshorizont reicht, etwa „FIRE mit 56 — Kapital reicht in 90 % der Simulationen bis 95." Dafür spielt der Rechner für jedes Ausstiegsalter von heute bis in 30 Jahren 1.000 Verläufe ab heute durch: erst die Ansparphase mit deiner Sparrate, dann die Entnahme mit Steuer, für jedes Ausstiegsalter mit denselben Marktjahren. Gesucht ist das erste Alter, bei dem mindestens der eingestellte Anteil der Verläufe hält und das auch ein Jahr später noch tut. Ein Crash kurz vor dem Ausstieg zählt damit mit.
Die bisherige Rechnung steht als Faustregel darunter, etwa „Faustregel (3 %-Regel): FIRE mit 46": das Alter, an dem dein Vermögen in der Punktschätzung Bedarf ÷ Entnahmerate erreicht. Verlauf, Tabelle, Zielvermögen und die Erfolgswahrscheinlichkeit unten rechnen weiter ab diesem Punkt.
Findet der Rechner in den nächsten 30 Jahren kein solches Alter, steht dort „In den nächsten 30 Jahren nicht mit 90 % erreichbar." Nach einer Änderung bleibt die alte Zahl blass stehen, bis die neue gerechnet ist, meist nach einem Bruchteil einer Sekunde. Im Szenario-Vergleich zeigt jede Karte ihr eigenes FIRE-Alter; ein gespeichertes Szenario rechnet dabei mit seinen eigenen Einstellungen.
Der Rechner spielt 1.000 zufällige Verläufe ab deinem FIRE-Datum durch. In jedem Verlauf schwankt die Jahresrendite zufällig um deine eingestellte Entnahme-Rendite — mal ein Crash-Jahr, mal ein Boom-Jahr. Entnahme, Rente, weitere Einkünfte, Inflation und Steuer sind dabei dieselben wie im Verlauf darüber.
Die große Prozentzahl ist der Anteil der Verläufe, in denen dein Kapital bis zum Planungshorizont nicht aufgebraucht ist — daneben steht als Erinnerung „Kapital reicht bis 95" (oder dein eingestellter Horizont). Zur Einordnung:
Als Faustregel: Die klassische 4-%-Regel kam in der historischen Rückrechnung auf rund 95 % Erfolg über 30 Jahre; wer länger plant oder mehr entnimmt, landet darunter. Scheitern mehr als 10 % der Verläufe, nennt die Karte zusätzlich das Alter, ab dem die schlechtesten 10 % leer sind.
Das Diagramm zeigt, wie weit die Verläufe auseinanderlaufen: Die dunkle Fläche deckt die mittlere Hälfte aller Verläufe ab (25 bis 75 %), die helle Fläche 80 % (10 bis 90 %), die Linie ist der Median. Berührt die untere Kante der hellen Fläche die Nulllinie, ist in mindestens jedem zehnten Verlauf das Kapital an dieser Stelle aufgebraucht. Alle Werte sind real, also in heutiger Kaufkraft — wie die Real-Ansicht des Vermögensverlaufs.
Volatilität — die Standardabweichung der Jahresrendite deines Portfolios in der Entnahmephase. Ein breit gestreuter Welt-Aktien-ETF schwankt langfristig mit etwa 15 % pro Jahr, ein 60/40-Mischportfolio aus Aktien und Anleihen mit etwa 10 %, Tagesgeld praktisch gar nicht. Bei 0 % ist die Simulation exakt der Vermögensverlauf darüber. Hast du ein Portfolio erfasst, ist das Feld automatisch vorbelegt mit der nach Wert gewichteten Schwankungsbreite deiner Anlageklassen (Welt-ETF 15 %, Einzelaktien 20 %, Anleihen 5 %, Gold 15 %, Krypto 60 %, Tagesgeld 1 %, Giro und Bargeld 0 %; eigene Kategorien zählen mit 10 %) — der Hinweis „Automatisch aus deiner Allokation" steht darunter, genau wie beim Rendite-Feld. Ohne Portfolio gilt der Standardwert 15 %. Trägst du selbst einen Wert ein, gilt deiner und wird mit dem Szenario gespeichert; „Zurück auf Allokation" unter dem Feld holt die Automatik zurück. Die Gewichtung ist bewusst einfach und rechnet ohne Diversifikationsgutschrift zwischen den Klassen, fällt also eher etwas zu hoch als zu niedrig aus; mehr als 40 % lässt das Feld nicht zu. Dieselbe Volatilität nutzt auch die Dashboard-Kachel.
Planen bis Alter — bis zu diesem Alter soll das Kapital reichen. Voreingestellt ist 95, bewusst deutlich über der statistischen Lebenserwartung: Wer den Horizont zu kurz wählt, plant das teuerste Risiko (länger leben als das Geld reicht) weg.
Sicherheit — 85, 90 oder 95 %: wie viele der simulierten Verläufe bis zum Planungshorizont halten müssen, damit ein Alter als sicher gilt. Voreingestellt sind 90 %. Mehr Sicherheit schiebt das FIRE-Alter nach hinten.
Ausgaben in schlechten Jahren kürzen — Fällt dein Depot real unter 80 % des Vermögens, mit dem du ausgestiegen bist, entnimmst du in dem Jahr 10 % weniger, unter 60 % sind es 20 % weniger, bis es sich erholt. Gekürzt wird nur, was aus dem Depot kommt; Rente und weitere Einkünfte bleiben. Wer so mitgeht, kann meist ein paar Jahre früher aufhören. Der Schalter wirkt auf das FIRE-Alter oben und auf die Erfolgswahrscheinlichkeit dieser Karte.
Alle vier Werte werden mit deinen gespeicherten Szenarien und dem Basisszenario gesichert und wandern mit in die Synchronisierung.
Die Kachel „Dein FIRE-Status" auf /app/portfolio stellt die umgekehrte Frage: nicht „Hält das Kapital?", sondern „Ist das Zielvermögen rechtzeitig beisammen?". Dafür spielt sie 1.000 zufällige Verläufe deiner Ansparphase durch — mit deinem aktuellen Portfoliowert, deiner Sparrate und derselben Volatilität wie im Rechner. Jeder Verlauf endet, sobald er dein Zielvermögen zum ersten Mal erreicht; mit Rentenlücke oder befristeten weiteren Einkünften wird das Ziel dabei für jedes Alter neu bestimmt, genau wie in der Punktschätzung. Damit die beiden Zahlen nicht verwechselt werden, sieht die Kachel absichtlich anders aus als die Karte im Rechner: anderes Wort, keine Ampel, ein Zeitband statt eines Vermögensfächers.
Die wirksamsten Hebel stehen im selben Rechner: eine niedrigere Entnahmerate (mehr Zielvermögen), eine geringere Volatilität durch einen sichereren Portfolio-Mix, weitere Einkünfte in den ersten Entnahmejahren oder ein späteres Ziel-Alter mit mehr Kapitalpuffer. Hintergrund und weitere Strategien: Sequence-of-Returns-Risiko im FIRE-Handbuch.